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12Aug

Was sind eigentlich die Fakten im Glaubenskrieg rund um die Einführung des 5G-Mobilfunnetzes?

Fragen von A. M. in Z.: «Rund um die Einführung des 5G-Mobilfunknetzes herrscht ein emotional geführter Glaubenskrieg. Mich interessieren aber vor allem die Fakten. Dazu habe ich zwei konkrete Fragen: Erstens, worin bestehen die Hauptunterschiede zwischen 5G und 4G? Und zweitens, wie steht es mit den vieldiskutierten potenziellen Gesundheitsrisiken nach der Einführung von 5G?»
 

Die hauptsächlichen Unterschiede zwischen 5G und 4G

Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM zählt im Beitrag «Fragen und Antworten zu 5G» die folgenden Hauptunterschiede zwischen 5G und 4G auf:

  • Datenübertragungsrate: Die Geschwindigkeit der Datenübertragung ist bei 5G bis zu 100-mal höher als bei 4G. Die höchstmögliche Datenübertragungsrate von 10 Gigabyte pro Sekunde entspricht der Geschwindigkeit von Glasfasernetzen und ermöglicht das schnelle Herunterladen grosser Datenmengen.
  • Kapazität: Die Einführung von 5G wird für eine deutliche Erhöhung der Datenübertragungskapazitäten in den Mobilfunknetzen sorgen. Dies ist notwendig, da sich die über das Mobilfunknetz übertragene Datenmenge jedes Jahr verdoppelt.
  • Latenz: Die Reaktionszeit bei 5G ist 30- bis 50-mal kürzer als bei 4G. Dank ultraschnellen Verbindungen können Maschinen oder Tools aus der Ferne und in Echtzeit gesteuert werden, beispielsweise selbstfahrende Autos oder medizinische Fernoperationen.
  • Dichte: Mit 5G können bis zu einer Million Gegenstände pro Quadratkilometer miteinander vernetzt werden; das sind 100-mal mehr als bei 4G. Diese Zunahme der Dichte der vernetzten Gegenstände öffnet die Tür zu neuen Anwendungsbereichen des Internet der Dinge wie beispielsweise der Entwicklung von vernetzten Industriestandorten.
  • Netzsteuerung: Dank der höheren Leistung werden mit 5G die Netzwerkressourcen effizienter verwaltet und dabei prioritäre Dienste und Kundenbedürfnisse berücksichtigt.
     

Welches sind die potenziellen Gesundheitsrisiken des 5G-Mobilfunknetzes?

Martin Röösli, Professor am Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut der Universität Basel und Leiter der beratenden Expertengruppe «Nicht ionisierende Strahlung» des Bundes, hat in verschiedenen Medien den Stand der Forschung im Bereich der potenziellen Gesundheitsgefahren bei der Einführung des 5G-Mobilfunnetzes wie folgt zusammengefasst:

  • Je älter die Technik, desto mehr Strahlung braucht es für die gleiche Datenmenge. 5G ist also eine Möglichkeit, mehr Daten mit weniger Strahlung zu verschicken. Damit verhindert die Einführung von 5G, dass die Strahlenbelastung parallel zur Datenmenge zunimmt. Politiker und andere Leute, die ein Moratorium für 5G fordern, sind also Strahlenschützer im eigentlichen Sinn des Wortes. Sie schützen die Strahlung, aber nicht die Bevölkerung vor den Strahlen. Ein 5G-Moratorium ist etwa so paradox, wie wenn Lärmschützer Demonstrationen gegen die Einführung von neuen lärmarmen Flugzeugen mit der Begründung organisieren würden, dass diese neuen Flugzeuge etwas anders tönten als früher und es genau zu diesen Frequenzen noch keine Langzeitstudie gebe.
  • Es ist wichtig zu wissen: Im Mobilfunkverkehr stammt der Grossteil der Strahlungsdosis, die auf die Menschen wirkt, vom eigenen Mobiltelefon. Antennen spielen im Durchschnitt eine untergeordnete Rolle, weshalb sich eine Senkung der Strahlengrenzwerte von Antennen kaum auf die Strahlenbelastung der Bevölkerung auswirken würde.
  • Weil das Handy die grösste Quelle für die Strahlenbelastung der Bevölkerung durch den Mobilfunk ist, muss entsprechend beim Handy angesetzt werden, wenn man die Strahlenbelastung und allfällige Gesundheitsrisiken der Bevölkerung reduzieren will: Weniger Daten, weniger Expositionszeit, geringere Nähe zum Körper und technische Lösungen zur Strahlenreduktion sind die einfachen Rezepte. Auf keinen Fall ist es jedoch zielführend, effiziente Technologien zur Informationsübermittlung wie 5G zu verhindern.
  • Es stimmt: Bei einer intensiven Nutzung des Mobilfunks können biologische Effekte gemessen werden, beispielsweise mehr Sauerstoffradikale oder Veränderungen der Hirnströme. Ob diese zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, ist allerdings sehr fraglich.
  • Hinweise auf eine mögliche Krebswirkung konnten noch nie zweifelsfrei bestätigt werden. Auch wurde weltweit keine Zunahme von Hirntumoren festgestellt. Wenn überhaupt eine Krebsgefahr bestehen sollte, ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit wegen des Mobilfunks gering.
  • In Doppelblindstudien konnte eine sogenannte Elektrosensibilität nicht nachgewiesen werden. Auch Langzeiteffekte wurden keine gefunden.

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